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London - Meine Stadt !
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Mittwoch, 03. Oktober 2007, British Midland ab Hannover 11:30 Uhr, Ankunft 12:05 Uhr Ortszeit,
Flughafen Heathrow
Montag, 08. Oktober 2007, British Midland ab London 17:45 Uhr, Ankunft 20:20 Uhr Ortszeit
Thistle Victoria Hotel, 101 Buckingham Palace Rd, London, SW1W 0SJ, Zimmer 741
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Die Stadt begeistert und fasziniert mich jedes Mal wieder. Vielleicht gerade deshalb, weil ich schon so oft dort war. Und in diesem Jahr konnte ich mich
sogar richtig entspannen, obwohl ich mich bisher bei Straßenlärm nicht wirklich wohl fühlte. Ich war ganz überrascht, dass mir das in diesem Jahr nicht viel ausgemacht hat.
Ich war im Vorfeld ein paar Tage krank und um ehrlich zu sein, hatte ich einen Tag vorm Abflug überhaupt keine Energie für den Trip. Doch genau in dem
Moment, als ich am Flughafen aus dem Auto stieg und mich die Tür zum Terminal “verschluckt” hatte, war ich voll in meinem Element und es konnte losgehen !
Der Hinflug war wie immer unspektakulär, ohne Essen und Trinken in einer winzigen Maschine. Trotz meiner Bemühungen auf einen Fensterplatz an der rechten
Seite, bekam ich leider keinen sonnigen und wolkenlosen Blick auf die Stadt. Als die Maschine durch die Wolken runterging, sah ich als erstes den Buckingham Palast, was bedeutet, das wir über mehr als die Hälfte der
Stadt schon drüber waren. Na, war ja nicht schlimm.
In diesem Jahr konnte ich mir “mein” Hotel schlichtweg nicht leisten, aber das “Ersatz”-Hotel war eine gute Wahl und das Geld wert. Gerade wegen meiner
Lärmempfindlichkeit hatte ich Befürchtungen, dass ich in dem Hotel direkt über dem Victoria Bahnhof keine ruhige Minute haben würde.
An der Rezeption fragte ich nach einem ruhigen Zimmer und nach gefühlten 3 Stunden wurde mir gesagt, dass das Zimmer leider noch nicht bezugsfertig ist. Ich
muß dazu sagen, dass ich dieses Mal seit der Landung nur gut 1 1/2 Stunden bis zum Hotel gebraucht habe. Es war also erst 13:30 Uhr. Das Zimmer sei in einer halben Stunde fertig, wurde mir gesagt und so gab ich
meinen Koffer beim “Concierge” ab, lief einige Zeit umher, telefonierte im Bahnhofsgebäude mit Zuhause und kaufte mir mein Mittagessen. Pünktlich um 14 Uhr stand ich dann wieder am Tresen und endlich wurde mir meine
Zimmerkarte überreicht.
Das Zimmer war im siebten Stock im Nebengebäude. Ich solle doch mit dem Fahrstuhl bis in den sechsten Stock fahren und dann über die Treppe ins obere
Stockwerk zu Fuß gehen. Gesagt, getan. Leider fand ich im sechsten Stockwerk keine Treppe - nur eine Putzfrau, die tatsächlich auch nicht wußte, wo die Treppen waren !!!! Ist das denn zu glauben ??? Sie wollte mir
aber auf jeden Fall helfen, was sie immer wieder betonte. Wir liefen einige Minuten wie irre hin und her, bis sie mich dann anwies, mit ihr in den fünften Stock runterzugehen. Dort fanden wir endlich eine
kompetentere Fachkraft, die mir sagte, ich solle mit dem Fahrstuhl in die vierte (!) Etage und von dort einen Flur entlang bis zu einem weiteren Fahrstuhl gehen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich endlich an meiner Tür angekommen. Ich schob die Karte in den Schlitz, öffnete die Tür und was sah ich ? Die Putzfrau,
die gerade mit den Kopfkissen beschäftigt war !!! Na ja, nach einer Entschuldigung meinerseits, lief die gute Frau erstmal raus und weg. Da stand ich dann minutenlang auf dem Flur rum (mein
Ciabatta-Mozzarella-Tomaten-Mittagessen wurde immer kälter), bis endlich eine Housekeeping-Oberaufsicht ankam, die mich natürlich fragte, ob sie helfen könne.
Ich erklärte ihr kurz die Situation und sie bat mich erstmal ins Zimmer. Dann begann sie selber das Bett neu zu beziehen und das Bad aufzuräumen. Na ja, ich
war überrascht, dass es im ersten Augenblick recht ruhig von draußen war. Vom Fenster aus hatte ich gute Sicht auf die Battersea Power Station - aber das war auch schon alles.
Irgendwann - so gegen 15 Uhr war ich dann mit Umräumen, Ein- und Ausräumen fertig und verlies das Zimmer. Auf meinem Weg zum Harrods (wo sollte ich auch
zuerst hin ?) brauchte ich tatsächlich noch meinen zerfledderten Stadtplan - aber nur kurzfristig. Dieser gigantische Kosmos war schnell gefunden - und wenn ich mir nicht einen Harrods-Plan mitgenommen hätte, wäre
ich bis zum Ende meines Urlaubs orientierungslos durch die 200 Abteilungen gelaufen, ohne den Ausgang zu finden !
Mein voheriges Mittagessen war ja nicht gerade viel, so dass ich gegen Nachmittag nochmal im Planet Harrods oben in der Spielzeugabteilung ne leckere
Portion Fish and Chips gegessen habe. Eins muß ich ja sagen, so teuer das Essen im Harrods ist, so gut ist es natürlich auch. Das Essen in London ist ja eh nicht billig und wenn, kann man ruhig im Harrods was essen.
Da weiß man wenigstens, was man hat.
Nach einem anregenden Spaziergang durch diverse Abteilungen verlies ich dennoch mit leeren Taschen das Gebäude und marschierte die Brompton Road runter
Richtung Victoria & Albert Museum. Im Harrods wollte ich den neuen Cliff Kalender kaufen und war ziemlich enttäuscht, als ich in der Waterstone’s Buchabteilung im 3. Obergeschoß nichts fand, ebenso wie in der
HMV Filiale im Raum nebenan.
Ich überlegte fieberhaft, in welchen Geschäften ich den Kalender finden kann und fand auf der Brompton Road nicht ein Einziges. Na ja, ohne Kalender aber
dennoch voller Glückseligkeit war ich jetzt auf dem Weg zum Kensington Palast. Die Exhibiton Road runter, entlang der vielen Museen und vorbei an schönen Autos fand ich die Royal Albert Hall schnell. Von dort sind
es ja nur noch ein paar Schritte rüber in die Kensington Gardens.
Die untergehende Sonne verzauberte den Spaziergang zum Kensington Palast und ich war gar nicht überrascht, dass der Himmel sich freundlich zeigte, seit dem
ich in der Stadt war.
Schon ziemlich fußlahm und immernoch ohne Kalender bin ich dann von der Station Knightsbridge zurück zum Hotel gefahren. Den ganzen Weg zu Fuß hätte ich
nicht mehr geschafft. Es war schon recht spät, als ich wieder im Hotel war. Für den nächsten Tag hatte ich den botanischen Garten geplant. Ich überlegte, ob ich dort tatsächlich hinfahren wollte. Konnte es dort
soooo schön sein ? Nur Pflanzen, Bäume und Blumen ? Außerdem wollte ich doch lieber den Kalender kaufen !
Nein, ich hielt mich strikt an meinen Plan und fuhr am nächsten Morgen ein paar Stationen weiter raus zum botanischen Garten von Kew. Die Gegend ist auf
meinem Stadtplan gar nicht verzeichnet, deswegen war ich vorsichtig genug, nicht “vom Wege abzukommen” - ich folgte der Beschilderung Richtung Victoria Eingang ohne Umwege.
Der kleine Bahnhofsvorplatz hat mich sofort verzaubert. Schöne und urig verspielte kleine Läden gab es hier. Die Zeit schien hier still zu stehen. Die
Straße zum Victoria Gate war auf den ersten Blick nicht sehr außergewöhnlich. Doch bei näherer Betrachtung sah ich kleine aneinander gereihte Einfamilienhäuser im typisch englischen Stil. Vor jeder Haustür standen 1
- 2 schicke Autos und meine neugierigen Blicke in die Zimmer im Erdgeschoß wurden belohnt. Die Einrichtung bestand meistens aus weichen großen Sitzmöbeln mit dicken Kissen und Kronleuchtern über den riesigen
Esstischen. Alles sah aus wie frisch aus dem Katalog - oder anders gesagt, die Möbelabteilung bei Harrods sieht auch so aus !
Ich wußte, dass die Tore sich erst um 9:30 Uhr öffneten und so blieb mir nichts anderes übrig als mich 45 Minuten lang zu gedulden. In der Zeit konnte ich
in aller Ruhe die vielen Flugzeuge bewundern, die zum Landeanflug auf Heathrow über mich hinweg donnerten. Ich war ja nicht sonderlich begeistert davon, dass ausgerechnet hier so viel Lärm ist. Aber ok, ich freute
mich trotzdem schon sehr auf den Einlass.
Für einen kurzen Augenblick sah ich eine Gruppe Kanadagänse im V-förmigen Flug dicht über den Baumkronen in den Park hineinfliegen. Fliegen die jetzt zur Arbeit, oder was ?!?!
Kurz vor Einlass bekam ich schon den Plan des Parks in die Hand gedrückt - “um die Zeit totzuschlagen” (vielen Dank, das hätte Ihnen mal vor einer halben Stunde einfallen können !) Na ja, ich will mal nicht meckern. Das Tor öffnete sich pünktlich und vor mir lagen noch einsame unberührte Wege und leere Gewächshäuser.
Das Wetter war nicht ganz so schön wie am Tag zuvor. Die Sonne war trotzdem stark genug, sich ihren Weg durch die Wolken zu suchen. Ich wanderte als Erstes
Richtung Palm House, einem mittelgroßen Gewächshaus mit tropischem Regenwald und feucht warmen Klima. Vor dem Gewächshaus befindet sich draußen ein kleiner See, auf dem gerade mehrere Kanadagänse waren.
Außer mir waren nur ein paar wenige Besucher dort, im Palm House war ich nahezu allein mit den Parkangestellten, die fleißig die Pflanzen mit Wasser
besprüht haben. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Palm House war selbst mir zu schlimm, so dass ich zwar gemütlich umher lief, aber trotzdem froh war, wieder draußen zu sein.
Nach dem Palm House suchte ich meinen Weg zum nächsten Gewächshaus. Ich wollte unbedingt in das viel größere Temperate House, dort erwartete ich eigentlich
die großen Seerosen, die ich schon oft auf Fotos gesehen habe. Aber dazu später mehr.
Auf dem Weg dorthin hörte ich ab und zu einige unerwartete Vogelstimmen in den Bäumen. Und obwohl ich nicht gerade ein Experte im Erkennen der Vogelstimmen
bin, wußte ich, dass dieses Krächzen nicht von einer Meise oder von einer Krähe stammt.
Auf meinem Weg zum Temperate House hab ich am King William’s Temple kurz Halt gemacht, um die Ecke zu filmen. Plötzlich flog dicht über mir ein Fischreiher
! Sehr beeindruckt von der vielfältigen Natur in diesem Park ging ich ein Stückchen weiter. Als ich das Temperate House von weitem schon sah, hörte ich erneut dieses seltsame Krächzen, gleichzeitig flog ein grüner
Papagei von einem Baum zum nächsten !
Als ich dem Temperate House immer näher kam, sah ich schon, dass die Eingangstür offen stand und so konnte ich einen wunderbaren Blick den Mittelgang
entlang bis zum anderen Ende genießen. Das Temperate House ist etwa 100 Meter lang und teilt sich in mehrere "Räume" die jeweils einen offenen Durchgang zum nächsten "Raum" haben. Der Blick bis
zur ebenfalls offen stehenden Tür am anderen Ende des Gewächshauses war wunderbar.
Ich betrat jetzt ein völlig menschenleeres Gewächshaus, das so eine friedliche Ruhe ausstrahlte, dass ich andächtig hindurch marschierte und alles in mich
aufsog, was ich sah. Sehr beeindruckt war ich von dem Gebäude selbst, dass aus einer völlig anderen Zeit stammt. Die Vielfalt an Pflanzen ist außerordentlich groß. Ich fand überall lohnenswerte Motive und war froh,
dass es hier nicht so feucht-warm war, wie im Palm House, wo ich andauernd über die Linse wischen mußte und Zweifel hatte, ob das Klima den teuren digitalen Geräten zuträglich war oder nicht.
Besonders beeindruckt war ich in der Mitte des Gebäudes. Schon der Durchgang vom etwas niedrigeren Zwischenraum zum höchsten Teil des gesamten Gewächshauses
war irre. Dieser Blick nach oben unters Dach.... wobei man es überhaupt nicht erwartet, dass das Gebäude auf einmal so hoch ist.
Mir war schon von vornherein klar, dass ich unmöglich den ganzen botanischen Garten abwandern kann, also suchte ich mir eine schöne Route zu allen
Schauhäusern und zu den Shops.
Mein Weg führte mich weiter zum Evolution House, das mich aber nicht sehr ansprach, ich bin ziemlich schnell durchgegangen. Ich war eigentlich sehr
überrascht, dass ich bis jetzt den großen Seerosen noch nicht begegnet bin, hatte diese ja im Temperate House erwartet. Na ja... ich folgte erstmal meinem Hunger zum nächst gelegenen Restaurant.
Nach dem Essen schlenderte ich durch den Shop nebenan und fand ganz viele schöne Sachen. Außerdem entdeckte ich einige Bücher, in denen ich längere Zeit
blätterte, um etwas über die großen Seerosen herauszufinden. Ich konnte doch wirklich nicht abfahren, ohne das gesehen zu haben.
Ich fand heraus, dass es ein kleines Schauhaus gibt, in dem wirklich nur diese Seerosen gezeigt werden. Wie konnte ich diesen Eintrag in meinem Parkplan
übersehen haben ? Natürlich gab es da ein spezielles Haus - und das war auch noch direkt neben dem Palm House. Hatte ich das denn am Morgen völlig ignoriert ?
Also führte mich mein Weg direkt zum Waterlily-House. Ich finde kaum Worte, um zu erzählen, wie es dort war. Ich war einfach überwältigt von der Schönheit
und von der Größe der Seerosenblätter. Auch rundherum waren viele kleine Blumen und Pflanzen, die diesen Ort noch traumhafter machten. Einfach klasse. Es war wirklich das schönste Schauhaus in diesem Park. Das muß
man einfach gesehen haben.... ach, ich sollte aufhören zu schwärmen und mit der Erzählung fortfahren:
Das nächste und vorletzte große Schauhaus war das “Princess of Wales Conservatory”.
In den Büchern des Shops hab ich zufällig ein unglaubliches Bild von den Orchideen in diesem Gewächshaus gesehen. Ich - als Orchideenfan - war also sehr
gespannt, ob das Bild das halten konnte, was es versprach. Auf meinem Weg durch die 10 Klimazonen kam ich tatsächlich u.a. an Orchideen vorbei, aber leider waren das nicht annähernd so viele wie auf dem Foto. Es war
ein schöner Rundgang trotzdem und trotz der vielen Schulklassen und tobenden Kindern !
Nach diesem langen Weg mußte ich mich zu einer Ruhepause zwingen. Meine Füße streikten langsam aber sicher ! Vorsichtig zog ich beide Schuhe über die
schmerzenden Blasen und massierte eine Fußsohle nach der anderen. Ich konnte echt nicht mehr !
Nach meiner kleinen Wellness-Pause wanderte ich auf immer noch schmerzenden Fußsohlen zum nächsten Schauhaus: das Davies Alpine House. Zum Glück ist das
eher klein und übersichtlich, aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb (?) so schön.
Auf einer Bank in der Nähe des Palm Houses legte ich eine weitere Pause ein - größtenteils nur, um meine weiteren Pläne zu überdenken. Ich hatte einen Tag
zuvor eine wunderschöne Metalldose im Harrods gesehen, die ich unbedingt noch kaufen wollte. Ich hatte mich schon am Abend zuvor darüber geärgert, dass ich die nicht sofort gekauft habe.
Mit dem Gedanken ging ich zum am Ausgang gelegenen Shop und machte vorher einen kurzen Abstecher in den Pflanzen und Blumenladen. Dort kaufte ich weitere
exotische Wildblumensamen für meinen eigenen Garten.
Im Shop am Ausgang begegneten mir auch wieder sooo viele wunderschöne Dinge, dass ich fast nicht widerstehen konnte. Erst als ich an der Kasse stand, sah
ich erst die Metalldosen. Oh wie schön, ich brauchte also doch nicht mehr zum Harrods zu fahren!
Mein Tag in diesem botanischen Garten war zu Ende. Der nächste Besuch hier ist so sicher wie die Bank of England ! Mit letzter Kraft schleppte ich mich also
zur Tube-Station zurück. Mir fiel ein, dass ich unbedingt heute noch ein Geschäft finden mußte, das die Cliff Kalender verkauft ! Tja, und was bietet sich da an ? Ein Abstecher zur Oxford Street - dort gibts ja nun
alles was man sich vorstellen kann !
Ich fuhr mit “einmal Umsteigen” bis Green Park und machte dort einen verhängnisvollen Fehler: Ich stieg in die falsche Linie Richtung Norden ! Obwohl ich
jetzt völlig fix und foxi war, fuhr ich - doofe Nuss - zum Oxford Circus statt zur Bond Street !!!! Es ist ja nur eine Station - trotzdem ein riesiger Unterschied, vor allem, wenn man bei jedem Schritt laut
aufschreien könnte vor Schmerzen !
Tja, natürlich war auf der ganzen Oxford Street nicht ein einziger verdammter Laden, der diese Kalender hatte. Ich brauchte gar nicht in eins der Geschäfte
hineinzugehen. Als ich die Station Bond Street näher kommen sah - nach einer halben Ewigkeit - wußte ich echt nicht was ich machen sollte ! Wo bekomm ich denn diesen Kalender, wenn nicht hier ?
Gegenüber der Tube-Station war HMV - CDs, DVDs, und alle möglichen Tonträger gibt es hier. Es war nur ein kleiner Lichtblick und zu schwach, um von mir auf
den ersten Blick gesehen zu werden. Ich überquerte die Straße, weil ich nach Cliffs CDs gucken wollte und weil ich sonst immer im HMV war, “um zu gucken, welche Musik gerade angesagt ist”. Ich mein, wenn ich sonst
in keinem einzigen Geschäft auf dieser “gefühlte-10-km” langen Straße war, dann sollte ich wenigstens hier rein gehen.
Im Laden.... ja, was sah ich im Laden ??? Einen runden Ständer mit Kalendern.... trotz vorhandener Kalender war ich nicht sonderlich begeistert und
motiviert. Robbie Williams...Kylie Minogue... und noch so ein paar andere - wie immer !
Mein Herz hatte kaum noch Kraft um höher zu schlagen, als ich endlich Cliffs Kalender etwas weiter unten sah ! Ich freute mich irgendwie schon - vor allem,
weil es den zweiten Kalender für die Hälfte gab. Das erleichterte mir die Entscheidung, zwei zu kaufen, sehr. Ja, ich freute mich natürlich, aber die Tatsache, dass der Laden direkt gegenüber der Station lag, zu der
ich ursprünglich fahren wollte, begeisterte mich nicht sonderlich.
Mit den beiden Kalendern fuhr ich sogar noch einmal in die obere Etage und durchkämmte alle Regale. Mir fiel ein, dass Cliff schon letztes Mal nicht in der
“Rock-Pop” Rubrik stand, sondern irgendwo anders. Aber bloß wo ?? Bei den Oldies ?? Oder gar in der wenig frequentierten Weltmusik ? Nein, kann nicht sein, Cliff ist “nicht von dieser Welt”.... Irgendwo fand ich ihn
dann (ich weiß es schon wieder nicht mehr, welche Rubrik das war...)
Die Auswahl war grandios - es gab auch eine CD, die ich seit einer Ewigkeit nicht mehr im Regal gesehen habe - kein Wunder, sie ist auch vor gut 17 Jahren
rausgekommen. Eine der ersten CDs, die ich damals gekauft habe. Wenn die nicht so unverschämt teuer gewesen wäre, hätte ich die wohl mitgenommen, weil meine seit einigen Jahren nicht mehr abgespielt werden kann.
Aber 25 Euro waren mir - mal eben so - zuviel.
So langsam konnte ich mich trotz der Umstände über die Kalender freuen. Ich bezahlte und verlies den Laden Richtung Bond Street Station. Dort kaufte ich im
Marks & Spencers mein Abendessen. Mit vollen Taschen und völlig platt kaufte ich noch schnell 4 Doughnuts am kleinen Krispy Kreme Stand im Victoria Bahnhof.
Es war mir schon ziemlich peinlich mit den Tüten durch die Hotellobby zu gehen - aber gut, das ist schon fast meine Lieblingsbeschäftigung ! An der
Zimmertür angekommen, schob ich mit - wirklich allerletzter Kraft - die Karte in den Schlitz. Und was war: die Karte ließ mich nicht ins Zimmer !!! Warum passiert das immer zur falschen Zeit ?????? Und vor allem,
wenn ich so viele Tüten bei mir habe !
Nach einigen Minuten und hunderten Versuchen, kam der Hotelboy, dem ich meine Misere erklärte. Leider konnte er mir auch nicht helfen - ich solle doch
nochmal in die Lobby runterfahren und mir ne neue Karte geben lassen ! Ja danke - das wollte ich jetzt NICHT hören !!!
Ok, unendliche Minuten später saß ich auf dem Bett, öffnete einen der Kalender und biss herzhaft in den ersten Doughnut ! Ein Fest für die Sinne !!! (und
eine Wohltat für meine Füße)
Wie lange ich im Hotelzimmer war, kann ich nicht mehr sagen. Meine Fotos belegen, dass ich um kurz vor 18 Uhr schon wieder im St. James’s Park bei meinen
Streifengänsen auf der Bank saß.
Ich drehte meinen eigenen kleinen Kurzfilm am Buckingham Palast, als es langsam immer dunkler wurde. Danach ging ich natürlich wieder ins Hotel - um den
Abend mit SAT 1 Österreich ausklingen zu lassen. Durch die deutschsprachigen Sendungen kam ich jeden Abend aufs Neue wieder mit der Uhrzeit durcheinander. Wenn z.B. die Samstag Abend Show “Family Showdown” anfing,
war es bei mir erst 19:15 Uhr. Jeden Abend war ich echt erstaunt, wie früh es eigentlich erst war, obwohl es laut Fernsehprogramm später hätte sein müssen.
Im Hotel hörte ich im übrigen nur die Lautsprecherdurchsagen im Bahnhofsgebäude, ansonsten war es relativ ruhig. Mit Ohropax war das Einschlafen kein
Problem. Und nachts gabs natürlich keine Durchsagen - etwa bis 7 Uhr morgens.
Für den nächsten Tag hab ich mir die Docklands vorgenommen. In dem östlich der Innenstadt gelegenen Gegend war ich viele Jahre nicht mehr. Ich konnte mich
ja schon im letzten Jahr “von oben” überzeugen, dass sich hier eine Menge getan hat.
Mit der neugebauten Erweiterung der Jubilee Line fuhr ich also bis zur Canary Wharf Station. In der U-Bahn war ich einigermaßen exotisch. Die Bahn war
größtenteils mit Büroangestellten besetzt, die Zeitung lasen und seriös gekleidet waren.
Von der Station aus machte ich einen Rundgang zwischen den Hochhäusern und genoss das heute mal strahlende Wetter. Nicht eine winzige Wolke war zu sehen.
Nur pure, ungefilterte Sonnenstrahlen.
Nach 1 bis 2 Stunden hatte ich die Gegend genug erkundet und genügend Fotos geschossen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Gegend so schnell erledigt ist.
Ich suchte die Station der DLR - die bis zur Tower Bridge fährt. Eigentlich hatte ich den Spaziergang zum Riesenrad für den nächsten Tag geplant. Aber was soll’s - das Wetter war perfekt !
Der eigentliche Grund für meinen Abstecher zum Tower war mein Bedürfnis nach ein paar Briefmarken. Ich überlegte die ganze Zeit schon, wo ich am besten die
richtigen Briefmarken für den Brief meiner Freundin her bekam. Mir fiel dann der schöne und kompetente Souvenirladen am Tower ein. Dort kaufte ich schöne Postkarten und die passenden Briefmarken für jede
Gelegenheit.
Ein paar Schritte weiter - am Croissant und Kakao-Stand draußen, holte ich mir nen Cappuccino, den ich samt meinem Tagesproviant zu mir nahm. Nach dieser
kurzen Verschnaufpause verlagerte ich mein Interesse auf die südliche Themseseite.
Ich überquerte die schönste aller Brücken dieser Stadt mit Genuß und ohne den Drang tausend Fotos zu machen. Auf der anderen Seite angekommen, sah ich einen
Wegweiser zum Shop der Tower Bridge.... und schwupps war ich vom Weg abgekommen und befand mich mal wieder in einem Shop ! Da muß ich erst nach London fliegen, um in einem Souvenirladen eine Panorama-Karte mit
Mandschuren-Kranichen zu kaufen ! Sachen gibts....
So schlenderte ich also den altbekannten Weg entlang, machte mal hier und mal dort Halt, filmte mehr als das ich Fotos machte. Ich glaub, es war in Höhe des
Shakespeare Globe Theatre, als ich zwei Männer dabei beobachtete, wie sie Kamera-Schienen auf der Erde verlegten. Ich konnte gerade noch so “durchschlüpfen” - bevor sie den Weg dicht machten - dachte mir nix weiter
dabei.
Nach mehreren hundert Metern - jedenfalls sagt das der Stadtplan.... meine Füße schienen schon gar nicht mehr anwesend zu sein, sah ich von Weitem eine
Menschenmenge, was ja noch nichts Ungewöhnliches ist. Außerdem sah ich nen Jongleur, der die Menge offensichtlich mit seinen Kunststücken begeisterte. Das alles befand sich unter der Waterloo Bridge, an der Stelle,
wo immer ein Bücherflohmarkt stattfindet.
Heute war aber alles abgesperrt und die Menge drängte sich zwischen Absperrband und Cafétischen. Ich war einigermaßen erstaunt über diese doch sehr große
Menschenmenge und wußte überhaupt nicht, was da los war. Dass es was interessantes sein mußte, war mir klar. Deshalb holte ich zwischen all den Menschen so gut es ging meine Kamera hervor, während ich mich
durchquetschte.
Plötzlich sah ich links von mir jemanden mit einer “Regieklappe”, die vor jeder Szene zum Einsatz kommt. Jemand radierte gerade was heraus. Leider konnte
ich nicht den Titel erkennen - aber bei so einem Aufwand mußte es ja jemand Bekanntes sein !
Wie von ner Ameise gebissen suchte ich den abgesperrten Bereich ab, erkannte DUSTIN HOFFMAN und dann schrie auch schon der Regisseur “and.... Action !” Die
blonde Lady neben ihm erkannte ich nicht, lag wohl daran, dass sie ne Sonnenbrille trug. War nicht weiter tragisch.
Die Szene bestand darin, dass eine Straßen-Band ein wenig Musik machte, und Dustin mit seiner Begleitung und weiteren Zuhörern anscheinend nur daneben
stehen und zusehen sollten. Nach wenigen Sekunden war es vorbei. Die Gruppe löste sich auf und ich konnte gerade noch DUSTIN HOFFMAN beim Verlassen der Szenerie auf Video aufnehmen.
Was ich noch interessanter fand, war das ganze technische Equipment rundherum. Sowas sieht man nicht alle Tage und man merkt schnell, warum ein
Hollywood-Film immer gleich soviel Geld kosten muß. Ich dachte immer nur: Das ist ja der Wahnsinn !!! Ich hab gerade Dustin Hoffman gesehen !!!!
Ok, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn dort “Oceans 14” oder der nächste James Bond gedreht worden wäre ! Wenn’s einer meiner Lieblingsschauspieler
gewesen wäre, wäre ich sicherlich die ganzen Kilometer zum Shakespeare Globe zurück gegangen. Das ist ja wohl klar ! Wenn ich nicht sooo fix und foxi gewesen wäre, hätte ich es bestimmt auch getan.
Bis zum Riesenrad waren es jetzt nur noch ein paar Meter. Nach dem dringend notwendigen Toilettengang machte ich die im Vorfeld geplanten (!) Aufnahmen,
ließ mich anschließend erstmal auf nen Betonklotz fallen und holte wieder was zu Essen aus der Tasche.
Nach der Pause entdeckte ich wieder altbekannte Kino-Lieblinge, allerdings diesmal verkleidet und nicht die Original-Schauspieler (nehm ich jedenfalls an).
In der County Hall gabs alles über die STAR WARS Filme zu sehen. Ich dachte nicht darüber nach, ob ich hinein gehen sollte, oder nicht, denn ich hatte für den Rest des Tages was anderes vor.
Ich bin danach den ganzen Weg zu Fuß zurück ins Hotel gehumpelt, weil mir meine Füße natürlich den Dienst quittierten !
Am Abend zuvor hatte ich beschlossen, dass ich mir ja mal den Sonnenuntergang im Hyde Park angucken könnte und da das Wetter heute für alles perfekt war,
was draußen stattfindet, war das also mein Plan, den Tag ausklingen zu lassen.
Im Hotel ruhte ich mich aus, so gut es ging und so gegen 17 Uhr oder etwas später bin ich wieder losgefahren, Richtung High Street Kensington. Von dieser
Station aus war es tatsächlich noch ziemlich weit bis zur perfekten Bank in den Kensington Gardens. Ich glaube, ich blieb ca. 1 Stunde dort sitzen und genoss den perfekten Abendhimmel und die immer tiefer sinkende
Sonne, die das Wasser des “Round Pond” in ein glühendes Meer verwandelte.
Der schönste Augenblick war wohl als eine Gruppe Kanada- oder Graugänse dicht über dem Wasser auf mich zugeflogen kam. Zum Glück konnte ich noch ein paar
schöne Fotos davon machen, bevor die Vögel über mir davon flogen....
Auf dem Weg zurück ins Hotel kaufte ich noch schnell was für mein Abendessen ein. Außerdem mußte ich noch einige Dinge für den nächsten Tag planen, da ich
ja bereits jetzt alles erledigt hatte, was ich mir für Samstag vorgenommen hatte.
Samstag Morgen begann wie immer. Das Frühstück war übrigens super. Ich nahm ab dem zweiten Tag meine Tasche und Jacke mit zum Frühstück, weil ich den weiten
Weg zum Zimmer nicht so oft gehen wollte. Es war einfach praktischer.
Geplant hatte ich die erste Strecke zu Fuß zurückzulegen, ich wollte zum Piccadilly Circus um das Trocadero Center genauer unter die Lupe zu nehmen. Vor
vielen Jahren war hier mal der Rock Circus, der kleine Ableger von Madame Tussaud - 2 Wachsfiguren von Cliff standen in diesem Gebäude. Leider hatten meine Recherchen im Internet im Vorfeld nichts gebracht, so dass
ich auf blauen Dunst dorthin wollte.
Wie gut, dass man den Streckenverlauf spontan verändern kann, wenn man sich etwas besser auskennt. Ich wollte eigentlich durch den Green Park zum Piccadilly
- quasi “quer rüber” und den ganzen Piccadilly runter zum Circus. Am Morgen jedoch dachte ich, wie konnte ich nur so was dämliches planen ???
Meine “neue” Strecke verlief quer durch den St. James’s Park, dort konnte ich noch etwas bei meinen Streifengänsen sitzen. Warum bin ich da nicht gleich
drauf gekommen ? Als ich an meine Lieblingsstelle kam, sah ich auch schon die Pelikane beim Sonnenbaden. Es herrschte hier - abgesehen von den üblichen Umgebungsgeräuschen einer Großstadt - eine wohlige Ruhe und
sorglose Unbefangenheit seitens der Pelikane und den anderen tierischen Parkbewohnern. Und wenn man merkt und sieht, mit welcher Gelassenheit die Pelikane und Gänse hier leben, dann überträgt sich das auch auf den
Betrachter, jedenfalls auf mich. Ich ließ mich auf eine Bank fallen und genoss die Situation.
Irgendwann mußte ich ja aufstehen, ich konnte nicht den ganzen Tag dort verbringen (obwohl ich das bestimmt auch einmal tun werde, solange die Vielfalt an
Tieren erhalten bleibt). Mein Weg führte mich weiter zum Ende des Parks und die Regent Street hinauf an irgendsoeinem Denkmal vorbei zum Piccadilly Circus.
Hier muß ich nicht unbedingt mehr als nötig sein, ist mir tagsüber einfach zu voll. Ich sah das Trocadero Center von außen, konnte aber durch die Fenster
nicht weiter feststellen, ob es “bewohnt” ist oder ob da gar nichts mehr ist. Ich ging die Stufen zur U-Bahn Station hinab und durch die altbekannte Passage zum Trocadero Center. Alles sah noch so aus wie damals im
Jahr 2004, als ich mit Anne-Kristin hier war. Damals war es aber viel belebter. Natürlich sah ich, dass - im Moment - wohl nichts los war. War wohl zu früh, jedenfalls fühlte ich mich schon auf dem Weg ins Center
unwohl, weil hier außer ein paar zweifelhaften Gestalten keiner war.
Nach ein paar schnellen Schnappschüssen ging ich wieder zurück. Erst an der Oberfläche bemerkte ich - zum ersten Mal muss ich gestehen - dass das ehemalige
Trocadero Gebäude komplett leer zu sein scheint, denn das “Center” ist in dem zweiten Gebäude. Deswegen mußte ich im Untergrund auch so eine lange Passage entlang gehen. Ich dachte bisher immer, dass das Trocadero
Center, so wie es damals war, komplett entkernt wurde, um es so zu bauen, wie es jetzt ist.
Ein paar wenige Schritte weiter war ich am Leicester Square. Der Platz der Kinopremieren. Das werde ich beim nächsten London-Besuch in meinem Programm mit
aufnehmen. Ich will nämlich nicht wieder im Hotelzimmer sitzen, die Zeitung aufblättern und Bilder von irgendwelchen Schauspielern sehen, unter denen steht: “gestern Abend am Leicester Square bei der Premiere
ihres/seines neuen Films”.
Ich ließ mich mal wieder auf einer Bank nieder und studierte meinen Stadtplan. Nach dem Studium wußte ich, wo mich mein Weg auf jeden Fall hinführen würde -
bzw. hinführen muß, denn meistens ist die Richtung immer die gleiche. Das Odeon wurde von mir eingehender untersucht und irgendwie war ich enttäuscht, dass ich bei der Premiere von “Das Bourne Ultimatum” nicht hier
war.
Matt Damon hätte ich wirklich gerne mal die Hand geschüttelt ! :)
Es gibt eigentlich nur ein Ziel, wenn man vom Leicester Square aus los geht: Covent Garden !
Schon im letzten Jahr (2006) wollte ich im Shop des London Transport Museums ein paar Poster kaufen - frag mich einer wieso ich gerade diese so toll finde
?!?!? - damals wurde ich leider enttäuscht, das Museum samt Shop wurde umgebaut. Laut Aussage des riesigen Plakats sollte es im Frühjahr 2007 wieder öffnen.
Vor meinem Urlaub hatte ich auf der Internetseite des Museums nachgelesen, dass das Museum erst am 22. November 2007 wieder öffnet. Ich konnte es kaum
glauben: wieso denn erst ein halbes Jahr später als geplant ???
Ich machte mir absolut keine Hoffnungen und nur um zu gucken, ob der Shop des Museums eventuell geöffnet ist, wäre ich nicht nach Covent Garden gefahren.
Jetzt lag es aber “auf dem Weg” und Covent Garden ist sowieso ein Muss (zu essen gibts auch was).
Nach wenigen Minuten war ich da - ich ging gar nicht direkt zum Transport Museum - war doch eh noch geschlossen. Ich lief einige Zeit ziellos umher und sah
zu, wie die Flohmarktverkäufer die Stände aufbauten.
Als ich dann endlich in die Ecke kam, wo das Transport Museum ist, traute ich meinen Augen kaum: vor mir lag ein komplett renovierter wuuunderschöner
zweigeschossiger Laden mit vollständiger Glasfront !!!!! Und auf dem Plakat stand diesmal: Shop NOW OPEN !!! Noch dazu war es kurz vor der heutigen Öffnung - also kurz vor 10 Uhr morgens.
Ich mußte nicht einmal 5 Minuten warten, bis ich als erste an diesem Tag den Laden betreten durfte ! Ich hab mir lange Zeit genommen für die 2 Etagen.
Gern hätte ich ein Modellauto eines Taxis gekauft, aber leider fand ich kein schönes. Was ich fand waren sehr viele Postkarten. Im Untergeschoß sah ich keine Poster, war schon ziemlich enttäuscht, bis ich die Treppe
nach oben sah. Und oben wars noch besser. Dort war ein professioneller Ausgabestand für Poster mit einem freundlichen Verkäufer.
Ich verbrachte viele Minuten bei den Postern - es dauert halt :) , bis man das richtige ausgesucht hat. Zumal ich mir letztes Jahr schon eins
ausgesucht hatte - ich hatte seit damals nur die Postkarte davon. Aber in diesem Jahr waren dort sooo viele schöne Poster, dass ich meinen damaligen Wunsch verwarf und zwei andere Poster kaufte. Der Verkäufer war
wirklich sehr freundlich - er suchte mir meine Wunschposter raus, fragte, ob die in Ordnung seien und berechnete mir nur 2 der 4 ausgesuchten Kugelschreiber !
Voller Glückseligkeit verlies ich den Laden und stolzierte mit meiner neuen Beute zum Essensstand in den Markthallen. War ich wirklich mehr als ne halbe
Stunde in dem Laden ?
Für Mittagessen war’s noch etwas früh, dennoch bestellte ich mir ne Portion Nudeln und bestaunte nochmal meinen Einkauf.
An diesem Tag hatte ich noch genügend Zeit übrig, um in der City zur Hauptverwaltung der Versicherung Swiss Re (Schweizer Rückversicherung) zu laufen.
Dieser spektakuläre Bau verschönert Londons Skyline seit ein paar Jahren. Ich wußte nicht, wo genau sich das Gebäude befindet. Am Tag zuvor, als ich an der Station Tower Gateway der Docklands Light Railway ankam,
sah ich dieses „gurkenförmige“ Gebäude. Ich vermutete, dass es nicht weit sein kann. Am Freitag hatte ich aber anderes vor.
Heute, am Samstag wollte ich es also in Angriff nehmen, obwohl das Wetter nicht gerade einladend war. Ich bummelte noch einige Zeit durch Covent Garden und
sah mich in den Jubilee Market Halls um. Dort traf ich aber eher auf gebrauchte Sachen, die mir nicht gefielen.
Ich wollte bis zur Station Bank (of England) fahren, da es mir am günstigsten schien. Ich lief also bis zur Station Holborn, um nicht mehr umsteigen zu
müssen.
Von der Bank of England, die gerade renoviert wird, bin ich also „der Nase nach“ in die Richtung gelaufen, die mir richtig erschien. „The Gherkin“ wie das
Gebäude von den Londonern liebevoll genannt wird, wurde von Sir Norman Foster entworfen. Auf meinem Weg dorthin staunte ich über einige Großbaustellen, die in der nächsten Zeit auch wieder zu neuen Gebäuden
errichtet werden.
Ich war überrascht, dass auch andere Touristen dort waren. Auf dem Platz rund um das Gebäude war überhaupt nichts los. OK, es war jetzt von außen auch nicht
sooo spektakulär. Ich bin nur einmal rumgegangen, hab ein paar Bilder gemacht und bin dann zur nächstgelegenen Station Aldgate gegangen.
Dort mußte ich feststellen, dass einige U-Bahn-Linien nicht fuhren. So dass ich mir schnellstmöglich einen anderen Plan überlegen mußte. Ich bin dann wieder
raus aus der Station und hab den weiten Weg bis zur Station Tower Hill auf mich genommen. Dort angekommen mußte ich feststellen, dass ich gar nicht erst in die Station reinkam. Was war da nun wieder los ? Ein Chaos
blieb aber aus.
Mir blieb also nichts anderes übrig als mich in die Schlange der Wartenden an der Bushaltestelle einzureihen. Was die Buslinien angeht, kenn ich mich ja nun
gar nicht aus. Ich studierte die Infos an der Haltestelle und entschied mich, den Bus zur Charing Cross Station zu nehmen.
Nachdem ich einen oder zwei Busse habe abfahren lassen, dachte ich, dass ich jetzt einfach in den nächsten einsteigen werde. Die Buslinie, die ich nehmen
wollte, war bislang noch nicht aufgetaucht.
Naja, am nächsten Bus stand „Regent Street“. OK, dachte ich, irgendwo werde ich schon ankommen: ich kann ja auch vorher aussteigen. Jedenfalls wollte ich
nicht an der Tower Bridge „versauern“ Ich bekam einen Platz im oberen Bereich. Während der Bus im Stop-and-Go Tempo weiterfuhr, studierte ich meinen Stadtplan und überlegte, wo er langfahren könnte. Nebenbei konnte
ich die St. Pauls Cathedral und den Royal Court of Justice nochmal sehen. Kostenlose Stadtführung sozusagen – ich war ja schon sehr lange nicht mehr an beiden Orten.
Am Ende stieg ich tatsächlich an der Charing Cross Station aus. Ich hatte mir für den Nachmittag noch die Star Wars Ausstellung in der County Hall
vorgenommen, die ja am anderen Flußufer lag. Von der Charing Cross Station aus ist es ja nicht mehr soo weit – obwohl meine Füße natürlich wieder herrlich schmerzten.
Als ich endlich an der County Hall angekommen bin, staunte ich nicht schlecht über die lange Besucherschlange vor den Kassen des Aquariums. Da ist doch
sonst nicht so viel los ?
Ich hatte mir vorher schon überlegt, wieviel Pfund mir die Star Wars Ausstellung wert war. Meine Grenze lag so bei 10 bis 12 Pfund, gemessen daran, dass ich
12 Pfund für Kew Gardens bezahlt hatte. Das wäre in meinen Augen noch recht teuer gewesen, aber ich hätte es akzeptiert.
Ich mußte erstmal schlucken, als ich den Preis von 16 Pfund (!!!) sah. Also das war nun wirklich zuviel. Schade schade. Für das Geld sitze ich doch lieber
im St. James’s Park bei meinen Streifengänsen. Ganz ehrlich. Das Geld kann ich auch am Ende für Harrods Kekse ausgeben.
So disponierte ich um und ging meinen gewohnten Weg in den St. James’s Park. Es war sogar noch eine Bank frei !
Da ich am Abend zuvor einen so wunderschönen Sonnenuntergang erlebt hatte, wollte ich mein Glück heute in Hyde Park versuchen. Schon jetzt am Nachmittag
gaben die Wolken den Blick auf die Sonne leider nur selten frei.
Ich holte mir an der neuen Snack-Bar im St. James’s Park einen Cappuccino (um Durchzuhalten) und einen Muffin und verfolgte mein Ziel, ohne nochmal ins
Hotel zu gehen. Ich war vorher noch nie von hier aus zum Hyde Park gelaufen. Den Green Park hab ich zwar schon mit Fußschmerzen durchquert und über “Hyde Park Corner” gings dementsprechend langsamer - und ohne
Probleme – aber am Eingang des Hyde Parks war ich kurz davor, einem alten Opa den Rollstuhl zu klauen ! Ich konnte nicht mehr !!! Und bis zum See waren es noch einige hundert Meter.
Völlig abgekämpft kam ich am Restaurant an der Ostseite des Sees an. Dort kaufte ich mir was lauwarmes zu Essen – ich ärgerte mich sehr über den viel zu
teuren Preis dieses wenig genießbaren Gerichts. Na ja, besser ein schlechtes Essen als gar nichts.
Am Himmel konnte man noch immer nur erahnen, wo sich die Sonne gerade befand. An dieser Seite des Sees befanden sich leider keine (oder nur sehr wenige)
Bänke. Jedenfalls wäre es viel schöner gewesen, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, mich dort nochmal auszuruhen.
Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dort geblieben bin. Ich weiß nur noch, dass ich mir überlegte, wie ich am besten zum Hotel zurück komme. Am Ende
entschied ich mich für die schmerzhafteste aller möglichen Varianten: zu Fuß gehen. Es war „eigentlich“ nur die eine Straße runter – trotzdem kam es mir vor, als würde die Straße immer länger und länger !
Auf dem Weg ins Hotel wurde mir zum ersten Mal bewußt, was das überhaupt für eine lange hohe Mauer auf der anderen Straßenseite war. Seit ich die Mauer am
Mittwoch das erste Mal sah, hab ich gerätselt, wo sie zugehört. Jetzt wußte ich, dass hinter der Mauer der Garten der Queen lag. Deswegen war das Areal auch besser gesichert, als so manches Gefängnis !
Kann sein, dass ich mir im Bahnhof für den Abend noch das warme Mozzarella-Tomaten-Ciabatta gekauft habe, das ich schon am Mittwoch hatte.
Irgendwann in den Tagen wurde mir klar, dass ich schon am Sonntag zum Harrods mußte, um meinen abschließenden Großeinkauf zu machen. Montag sollten meine
Taschen und Koffer ja längst gepackt beim „Concierge“ stehen. Also freute ich mich auf einen halben Shoppingtag.
Am Sonntag Vormittag befand ich mich auf dem Weg zum Kanal am Regent’s Park. Darauf freute ich mich eigentlich schon, denn ich hatte in einem Fernsehbericht
vor langer Zeit gesehen, dass es dort lauschige Plätze geben sollte.
Das Wetter sah allerdings weniger lauschig aus. Es sah eher aus, als wenn es gleich regnen würde. Geregnet hat es zum Glück nicht, ich hatte ja keinen
Schirm. Ich fuhr bis zur Station St. John’s Wood und ging die Grove End Road runter, an deren Ende die Abbey Road anknüpft – die berühmten Tonstudios liegen fast direkt an der Kreuzung – aber die interessierten mich
nicht.
Ich lief weiter die Straße runter, eine schier endlose Straße – ich lief so weit, bis ich plötzlich links von mir den Kanal entdeckte. Sah ja noch ganz
schön aus – zwar noch nicht idyllisch, aber immerhin, kann ja noch kommen.
Natürlich war ich dort allein. Wer kommt auch schon auf die dämliche Idee, zu nachtschlafender Zeit dort spazieren zu gehen. So ging ich weiter und weiter
und bald schon verlief der Weg direkt an der Wasserkante. Zum Glück entdeckte ich zwei Spaziergänger weiter vorne.
Mein Schritt verschnellerte sich etwas, damit die beiden Fußgänger wenigstens in Sichtweite blieben. Es war mir schon ziemlich unheimlich dort, besonders
unter den niedrigen dunklen Brücken. Als ich die beiden Spaziergänger nicht mehr sah, da diese wohl wieder auf die Straßen zurückgekehrt waren, war es mir noch unheimlicher.
Zu einer anderen Uhrzeit an einem sonnigen Tag wäre es dort sicher schöner gewesen. Auf der anderen Uferseite befanden sich zu meiner Überraschung sehr
herrschaftliche Anwesen, mit alten prachtvollen Villen.
Irgendwann sah ich von weitem schon eine verdächtige Gestalt auf mich zukommen, die nicht sehr vertrauenserweckend aussah. Obwohl an der Stelle keine Treppe
zur Straße hochging, entschied ich mich die Böschung hochzugehen und lieber Richtung Regent’s Park weiter zu wandern. Fast hätte ich es drauf ankommen lassen, aber die Gegend war eh an diesem feuchtkalten Sonntag
morgen nicht sehr einladend und ich hatte ja schon ein gutes Stück am Kanal zurückgelegt.
Also suchte ich mir auf dem Stadtplan den kürzesten Weg in den Regent’s Park. Zum Glück fand ich schnell den Parkeingang und den richtigen Weg zum See.
Nachdem eine große Gruppe Marathon-Läufer meinen Weg kreutzte, waren es bis zum See nur noch ein paar Meter. Der Blick über den See war nicht der beste, dennoch war ich glücklich wieder „bei meinen Enten und Gänsen“
zu sein. Ich war gar nicht überrascht, dass es auch hier so viele Tiere gab.
Auf meinem Weg dicht am Ufer entlang sah ich plötzlich zwei Fischreiher in nächster Nähe über dem Wasser fliegen. Was für ein herrlicher Anblick. Auch in
diesem Park hatte ich das Gefühl, dass die Tiere hier ganz unbefangen leben - ohne dass sie sich von den Spaziergängern gestört fühlen. Kaum war ich ein paar Schritte gegangen, sah ich auf der anderen Seite des Sees
wieder einen Fischreiher dicht am Wasser.
Dann sah ich einen weiteren Reiher reglos in einem Baum sitzen. Ich wanderte langsam am Ufer entlang, und über die kleine Brücke auf die andere Seite des
Sees. Leider waren die Bänke alle naß und kalt, mir blieb also nichts anderes übrig als weiter zu gehen.
Einige Minuten später war ich auch schon in den Queen Mary Gardens, einem kreisrunden Gärtchen mit einer riesigen Auswahl an Rosen. Das Wetter wurde langsam
besser, die Sonne kam raus. Aber trotzdem war es noch immer nicht warm genug, um längere Zeit auf einer Bank zu verweilen.
Ich wußte, dass ich nicht den ganzen Tag hier bleiben konnte, da ich noch im Harrods einkaufen wollte. Da das Harrods sonntags ab 12 Uhr geöffnet hat,
beschloß ich den direkten Weg zur nächsten U-Bahn Station zu nehmen. Leichter gesagt als getan, wenn es vom Stadtplan her nicht eindeutig ist, welcher Weg der kürzeste ist. Wie gut, dass die Londoner sehr
hilfsbereit sind, so fragte mich ein Jogger, ob er mir helfen könne; was er ja auch konnte.
In der U-Bahn Station „Regent’s Park“ die nächste Überraschung. Schon nach den ersten zwei Tagen meines Aufenthaltes funktionierte meine Travelcard nicht
mehr, d.h. ich mußte jedes Mal die freundlichen Assistenten fragen, ob sie mich durch die Tür lassen. In dieser sehr kleinen Station war am Sonntag Vormittag nicht viel los, zwei U-Bahn-Angestellte unterhielten sich
im Eingangsbereich. Ich sagte wie immer, ob sie mich durchlassen können, weil die Karte nicht funktioniert. Da antwortete mir der Mann: „Oh, sie müssen hier drüber springen !“ Wir alle brachen in Gelächter aus. Ach,
wie schön, die Londoner sind doch wirklich ein liebenswertes Volk.
So war ich also schon um 11:30 Uhr vor dem Harrods. Ich nutzte die Zeit für einen ausgiebigen Schaufensterbummel. Auf einem kleinen Schaufenstervorsprung
gegenüber des Harrods ließ ich mich nieder. Ich studierte meinen „Harrods“-Plan und kreutzte alle wichtigen Punkte an, die ich ein letztes Mal sehen wollte – und vor allem suchte ich nach allen Abteilungen, in denen
ich was kaufen wollte.
Durch wie viele Abteilungen ich gelaufen bin, weiß ich natürlich nicht mehr. Ich war wirklich überall, ganz oben bei den Spielsachen und im Untergeschoß in
einer der „Souvenir“-Abteilungen. Während meines mehrstündigen Aufenthaltes in diesem Geschäft suchte ich nochmal nach dem Dress Circle Restaurant (ich glaub in der 2. Etage), und bestellte mir dort mein heutiges
Mittagessen.
Die vielen Tüten schleppte ich nach einer Ewigkeit ein paar Läden weiter nach „Lord’s“, dort versorgte ich mich mal wieder so gut es ging mit Lebensmitteln
für den Abend.
Ich glaube, an den Nachmittag bin ich etwas früher ins Hotel zurückgefahren, da ich ja noch packen mußte. Ich hatte diesmal gut geplant und war ziemlich
sicher, dass alles reinpassen würde und gehofft, dass noch ne Lücke für eventuelle Einkäufe am Montag bleibt.
Ich wollte diesmal nicht einfach nur alles reinstopfen, sondern sorgfältig und gezielt packen, und so verbrachte ich den restlichen Nachmittag und Abend mit
Koffer packen. Am Ende war ich erleichtert, dass ich noch winzige Ecken im Rucksack frei hatte. Für meinen letzten Tag in London hatte ich nicht mehr viel geplant, denn ich wollte meine Kraft für die Heimreise
sparen. Dennoch suchte ich am Abend vorher noch eine Route aus, die ich am Vormittag ablaufen wollte.
Etwa eine Stunde später als gewöhnlich verließ ich mein Quartier mit dem Zettel der Gepäckaufbewahrung des Hotels in der Tasche. Ich erkundete die Gegend
westlich des Hotels - etwa die Richtung Sloane Square und Kings Road. Ich hatte schon am Abend vorher gesehen, dass ich an der “Bourne Street” vorbei kommen werde. Welch ein Zufall - natürlich mußte ich unauffällig
ein Foto machen !
Die Kings Road war am Montag morgen leider nicht so lauschig, wie damals an einem Sonntag. Der Verkehr war sehr dicht und die Geschäfte entsprachen auch
nicht mehr ganz meiner Erinnerung. Ich machte nach einer Weile wieder kehrt und ging auf der anderen Straßenseite zurück zum Sloane Square. Mir fiel ein, dass sich zu Hause garantiert jemand freuen wird, wenn ich
mit einem Geschenk zurück komme. Was blieb mir also anderes übrig, als zum Harrods zu gehen, um dort etwas Schönes zu finden ?
Im Harrods versorgte ich mich vor der Shoppingtour mit einer Mahlzeit im Dress Circle Restaurant. Ich überlegte mir einige passende Geschenke und stellte
fest, dass mir das Angebot im Harrods natürlich wie immer gefällt, aber doch für den Zweck etwas zu teuer ist. Leicht enttäuscht verließ ich den Laden und ging ein paar Schritte Richtung Hyde Park Corner.
Einige Meter weiter fand ich dann einen H & M Laden, in dem ich tatsächlich was Schönes kaufte. Na ja, dann war es halt nichts vom Harrods, sondern
wenigstens von einem Geschäft in der gleichen Straße !!!
Was ich im Einzelnen noch gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Bis zu meiner Abfahrt aus dem Hotel saß ich natürlich noch so lange wie möglich auf einer Bank
im St. James’s Park bei meinen Streifengänsen und Pelikanen. Die perfekte Art, sich von meiner Lieblingsstadt für eine Weile zu verabschieden und gleichzeitig den Füßen eine Pause zu gönnen.
Als es dann soweit war, holte ich mir, bevor ich ins Hotel zurückging, in der U-Bahn-Station noch schnell die Fahrkarte - um es mit dem Gepäck leichter zu
haben. Ich hatte wirklich alles sehr gut geplant und war erleichtert und zufrieden, dass die Rückreise so entspannend verlief. Obwohl ich die komplette U-Bahn-Fahrt gestanden habe, war ich dennoch nicht müde - ja,
ich freute mich richtig auf den Harrods Shop im Flughafen - das ist ja wohl klar ! Schließlich hatte ich mich im Laden in der Innenstadt, was die unverschämt leckeren Schokoladenkekse betrifft, zurückgehalten.
Am Eincheck-Schalter im Flughafen wurde ich erstmal gefragt, ob ich denn schon eingecheckt hätte ! Hä, was ?? Wenn nicht, dann sollte ich doch nochmal um den ganzen Pudding rumlaufen und mich vorn an den Automaten einchecken ! Ach Du liebe Zeit !!! Jetzt muß ich mich sogar selber einchecken !!!!
Ok, wenigstens waren freundliche Helfer vor Ort, die ich aber nicht benötigte, denn das ging so einfach und schnell, dass mir ganz anders wurde ! Kaum hatte
ich meine Kreditkarte durch den Schlitz gezogen, standen auch schon meine Daten auf dem Schirm. Schnell noch ein paar Knöpfe gedrückt und schon kam unten meine Boardkarte raus !
Am Schalter brauchte ich nur noch mein Gepäck abgeben und Sekunden später stand ich an den leeren Sicherheitkontrollen. Routinemäßig zog ich Jacke, Schuhe
und Gürtel aus und schwupps war ich damit auch fertig. War das denn zu glauben ??? So einfach und entspannt lief es noch nie ab, d.h. ich habe mir manchmal selber viel mehr Streß gemacht als nötig war. Doch diesmal
empfand ich es als äußerst entspannend.
Nach den Sicherheitskontrollen wartete der Shop auf mich. Auf den Anzeigetafeln entdeckte ich noch dazu eine Uhrzeit (!!) für die Öffnung meines Gates -
d.h. diesmal brauchte ich vorher überhaupt nicht auf die Anzeigetafeln zu achten.
Freudestrahlend und mit einem breiten Grinsen im Gesicht kaufte ich fast den ganzen Laden leer. Man gut, dass ich noch genügend Bargeld bei mir hatte. Nach
einem Toilettenbesuch und einem weiteren Einkauf, suchte ich mir einen Beobachtungspunkt für die Anzeigetafeln. Etwa 10 Minuten nach der verabredeten Uhrzeit wurde mein Gate dann tatsächlich geöffnet und ich
konnte mit mehreren Harrods-Tüten meinem Flugzeug entgegen gehen.
Der Rückflug verlief natürlich ohne Probleme und mit einer wunderschönen Aussicht auf das nächtliche Hannover. Fast pünktlich trafen wir am Langenhagener
Flughafen ein.
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Und jetzt bleiben mir nur noch die Erinnerung und die vielen Fotos von einem wunderschönen Urlaub.
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